Nachen-Bergung

Ankunft am Ort des Geschehens

Ankunft am Ort des Geschehens

Heute steht ein Projekt mit der Feuerwehr Mesenich auf dem Programm: Nachen-Bergung

Laut Erzählungen älterer Dorfbewohner wurden in den fünfziger Jahren in der Mosel zwei Nachen versenkt. Nachen waren einfache Stahlboote, die zum Übersetzen über das seinerzeit noch nicht kanalisierte Gewässer und zum Fischfang eingesetzt wurden.

Im Zuge der Dorfverschönerung sollte nun versucht werden, diese beiden Nachen zu bergen, damit sie anschließend restauriert und dann dekorativ am Ortseingang platziert werdne können.

Während eines vorangegangen Tauchgangs wurden die Nachen bereits lokalisiert. Sie lagen ca. 20 Meter weit im Flussbett, total mit Sand und Geröll zugeschwemmt.

Leider lagen sie beide ziemlich weit in der Fahrrinne der doch stark befahrenen Wasserstraße, so dass wir zwei Wasserwacht-Boot zur Absicherung einsetzen mussten, was für die neuen Bootsführer eine interessante Übung darstellte.

Schon beim Sichtungs-Tauchgang wurde klar, dass die total zugeschwemmten Nachen zuerst leergeräumt werden mussten, bevor an eine Bergung zu denken war. Dazu stellte die Feuerwehr eine Pumpe zur Verfügung. Nachdem die Schläuche zusammengebaut waren konnten die UW-Arbeiten beginnen. Abwechselnd waren zwei Taucher direkt am Objekt, einer mit dem C-Rohr und ein zweiter, der mit einem Spaten schwere Steine löste und Geröll entfernte. Ein weiterer Taucher war erforderlich um den durch die Strömung doch stark durchgebogenen Schlauch zu sichern.

Die Arbeiten stellten sich langwieriger dar als erwartet. Ausserdem mussten die Taucher aus dem Wasser, sobald sich schwere Schubverbände dem Grabungsort näherten. Nachdem der erste Nachen innen fast völlig von Steinen und Sedimenten befreit war, fand der erste Versuch statt, ihn mit Hilfe einer Seilwinde ans Land zu ziehen. Dies endete fast mit dem Umstürzen des dazu herangezogenen Traktors, was nur noch durch ein beherztes Treten der Kupplung verhindert werden konnte.

Augenscheinlich war der Nachen im Laufe der Jahre immer weiter ins Flußbett eingesunken und hatte sich praktisch vergleichbar mit einem Stiefel im Matsch festgesaugt.

 

Es blieb uns also nichts anderes übrig, als das Geröll, den Sand und die Sedimente an beiden Bordwänden zu entfernen. Auch dies erfolgte teilweise mit der Feuerwehrspritze, hier war aber noch mehr Handarbeit gefragt.

Inszwischen setzte die Dämmerung ein. Alle die sich zu Anfang des Unternehmens um diese Uhrzeit schon beim Deko-Bier wähnten, wurden bitter entäuscht. Es dauerte noch über eine Stunde, bis der nächste Versuch mit der Winde gestartet werden konnte. Als die Winde anzog, gab es einen Ruck und das bis zum Zerreissen gespannte Stahlseil peitschte über das Wasser. Der Zugring am Bug des Nachens war komplett heraus gerissen worden. Glücklicherweise waren alle Schaulustigen schon vorher hinter eine Absperrung geschickt worden, so dass nichts passierte.

Nichts hieß allerdings auch, dass wir noch weiter graben musste. Erst ein im Bug verkeiltes Kantholz machte es möglich die Kraft der Winde entsprechend auf zu nehmen und nach einem kurzen Ruck setzte sich der Kahn in Bewegung. Nachdem er an der Böschung noch weiter freigespritzt worden war, stand dem Deko-Bier nach harter Arbeit dann auch nichts mehr im Wege.

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